#8 - Innovationshebel & neue Marktsegmente in der Industrie (OWL Maschinenbau Christian Johow)
Shownotes
00:00 – Maschinenbau unter Druck: Warum sich die nächsten 10 Jahre entscheiden
01:20 – Einblick in eines der größten Maschinenbau-Netzwerke Deutschlands Christian Johow über die Rolle von OWL Maschinenbau und über 230 Mitgliedsunternehmen.
03:40 – Wo Innovation im Maschinenbau heute wirklich beginnt
06:30 – KI als Kapazitätshebel: Wie Unternehmen Ressourcen für Innovation freisetzen
09:30 – Warum viele Unternehmen KI noch unterschätzen
12:00 – Praxisbeispiel: Wenn plötzlich alle Mitarbeitenden mit KI arbeiten
15:00 – Fachkräftemangel im Maschinenbau: Warum viele Berufe für junge Menschen unsichtbar sind
18:00 – Recruiting im Mittelstand: Warum klassische Ansätze nicht mehr funktionieren
21:30 – Innovation scheitert oft nicht an Ideen, sondern an Kapazitäten
24:30 – Der größte Innovationsblocker im Mittelstand
27:30 – Warum viele Unternehmen Innovation aufschieben
30:30 – Neue Wettbewerbsdynamik: Wie China den Maschinenbau unter Druck setzt
33:00 – Der Vertriebswandel im Maschinenbau
35:30 – Von passiven zu aktiven Vertrieb
38:30 – Warum Netzwerke für Innovation immer wichtiger werden
41:30 – Open Innovation im Mittelstand: Gemeinsam schneller vorankommen
44:00 – Wie Unternehmen konkret vom OWL Maschinenbau Netzwerk profitieren
46:30 – Warum die Region Ostwestfalen-Lippe ein Innovationsökosystem ist
48:30 – Der wichtigste erste Schritt für Geschäftsführer
50:00 – Warum Netzwerken ein strategischer Wettbewerbsvorteil wird
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00:00:00: (Transkribiert von TurboScribe.ai. Upgrade auf Unbegrenzt, um diese Nachricht zu entfernen.) Wir haben eine Umfrage gemacht auf den deutschen
00:00:01: Messen, wie viele von den Ausstellern am Ende
00:00:03: wirklich mal Follow-up betreiben.
00:00:05: Das heißt, 73% machen es nicht.
00:00:07: Also wenn du dir die Frage stellst, verkaufe
00:00:09: ich in 10 Jahren noch das Produkt so,
00:00:10: wie es heute ist, und die kannst du
00:00:12: nicht gesichert mit Ja beantworten.
00:00:14: Ich kann das nicht ignorieren.
00:00:16: Mit dem Geschäftsmodell neu denken, destruktive Ansätze, dass
00:00:19: das nicht unbedingt bei jedem da ist.
00:00:21: Einfach weil es vielleicht noch läuft, weil es
00:00:23: noch gut ist, weil der Schmerz vielleicht noch
00:00:25: nicht so groß ist, weil man es auch
00:00:27: vielleicht nicht als zusätzliche Chance versteht.
00:00:30: Auch das könnte ich mir vorstellen.
00:00:32: Dann musst du dich mit dieser Thematik auseinandersetzen.
00:00:34: Und das ist schnell notwendig tatsächlich auch.
00:00:37: Die nächsten 10 Jahre bis 2035, das wird
00:00:39: wehtun, da brauchen wir Lösungen für.
00:00:41: Das ist der Industrieimpulse-Podcast von Indomera.
00:00:46: Mit Wachstumsthemen rund um die Industrie.
00:00:49: Herzlich willkommen zu einer neuen Episode des Industrieimpulse
00:00:52: -Podcasts.
00:00:53: Heute haben wir einen sehr spannenden Gast dabei,
00:00:55: den Christian Joho vom Maschinenbau OBL, Geschäftsführer.
00:01:00: Warum sehr spannend?
00:01:02: Weil er natürlich sehr viele Einblicke hat von
00:01:04: über 220 Mitgliedsunternehmen.
00:01:06: Und du siehst anhand der Connections, die du
00:01:10: hast und auch anhand der Praxis, wo es
00:01:12: gerade Herausforderungen im Maschinenbau oder im produzierenden Gewerbe
00:01:15: gibt.
00:01:15: Und wo läuft es gerade vielleicht auch sehr
00:01:17: gut.
00:01:17: Wo gibt es Innovationen, wo sehr viel bei
00:01:20: uns in der Region passiert.
00:01:21: Deshalb heute ein sehr spannendes Thema, was wir
00:01:24: mitgebracht haben.
00:01:26: Schön, dass du hier bist.
00:01:27: Ich freue mich, vielen Dank für die Einladung.
00:01:29: Möchtest du vielleicht ein paar Sätze zum Cluster
00:01:32: sagen, zum Maschinenbau OBL, damit unsere Hörerinnen und
00:01:35: Hörer das auch einordnen können?
00:01:36: Ja, das mache ich gerne.
00:01:37: OBL Maschinenbau ist mit nun 23 Jahren eine
00:01:41: der älteren Zusammenschlüsse von Unternehmen und Stakeholder aus
00:01:46: Westfalen-Lippe.
00:01:47: Mit dem Schwerpunkt Maschinenanlagenbau.
00:01:50: Und vor 23 Jahren gegründet mit der Intention,
00:01:54: unter anderem die Region resilienter zu machen, vorwettbewerblich
00:01:58: Lösungen zu bauen von den Mitgliedsunternehmen.
00:02:00: Und heute angewachsen auf inzwischen über 230 Mitgliedsunternehmen
00:02:04: tatsächlich.
00:02:05: Und in der Region hier eng und tief
00:02:08: verwurzelt.
00:02:09: Was hat dich denn vielleicht so an der
00:02:10: Position gekitzelt?
00:02:19: Also zum einen ist es eine total spannende
00:02:21: Aufgabe, weil Ostwestfalen-Lippe eine Maschinenbauregion ist.
00:02:25: Da gibt es nicht so viele von, die
00:02:26: das clustertechnisch so tief und so umfangreich abbilden.
00:02:30: In Deutschland und in Europa wie Ostwestfalen-Lippe.
00:02:33: Und es ist also eine ganz, ganz spannende
00:02:34: Position, die auch viel Verantwortung mitbringt, eben weil
00:02:37: so viel hier in der Region, in dem
00:02:40: Sektor mitgemacht wird.
00:02:42: Dann ist OWL Maschinenbau selber hier in der
00:02:48: Region auch bekannt.
00:02:49: Und man hat einfach die Möglichkeit, ganz viel
00:02:51: zu gestalten.
00:02:52: Ich sage mein Leben lang, dass ich Lokalpatriot
00:02:54: bin und hier in der Region gerne Gutes
00:02:57: tue.
00:02:57: Und mit OWL Maschinenbau haben wir die Möglichkeit,
00:03:00: auf ganz vielen Ebenen wirksam zu sein und
00:03:03: Gutes zu tun.
00:03:05: Ja, stark.
00:03:06: Darum soll es ja heute auch gehen, was
00:03:07: Gutes zu tun.
00:03:07: Und dementsprechend unseren Hörerinnen und Hörern ja auch
00:03:10: gewisse Insights mitzugeben.
00:03:12: Und Thema der heutigen Folge ist es ja
00:03:15: auch wirklich, einmal auf Innovationen sprechen zu kommen.
00:03:17: Wo gibt es vielleicht gerade Herausforderungen in der
00:03:19: aktuellen Zeit bei vielen hier aus der Region,
00:03:21: aber natürlich auch deutschlandweit, da kriegt man es
00:03:22: ja mit.
00:03:23: Und wo passiert aber auch gerade vieles in
00:03:26: einer sehr positiven Richtung, dass wir da dementsprechend
00:03:29: auch mal vielleicht drei Best Practices heute zeigen,
00:03:32: wie man heutzutage im Maschinenbau ja auch innovativ
00:03:34: unterwegs sein kann und da einfach auch vorne
00:03:36: einfach mit dabei sein kann.
00:03:38: Christian, jetzt gibt es ja verschiedenste Bereiche von
00:03:40: Innovationen, wo ich halt gerade irgendwie meinen Fokus
00:03:42: als Maschinenbauer oder produzierendes Unternehmen gerade drauflegen kann.
00:03:45: Ich kann klar sagen, ich gehe irgendwie auf
00:03:48: mein Produkt, bin da sehr innovativ unterwegs, entwickle
00:03:50: mich da weiter.
00:03:51: Ich kann mich natürlich aber auch im Recruiting
00:03:53: weiterentwickeln, im Bereich KI, in der Verwaltung etc.
00:03:56: etc.
00:03:56: Wo siehst du denn gerade die größten Hebel
00:03:59: vielleicht auch?
00:04:00: Also auch da, ich glaube, ich muss das
00:04:02: ganzheitlich betrachten, weil wenn wir vorne anfangen bei
00:04:07: Produktinnovation, dann ist häufig für Produktinnovation auch Personal
00:04:10: notwendig.
00:04:11: Ich muss irgendwie drauf rumdenken.
00:04:12: Ich muss Mitarbeiter zur Verfügung stellen, die bestehende
00:04:15: Prozesse und Produkte hinterfragen.
00:04:18: Und wenn ich das nicht mit Mitarbeitern mache,
00:04:19: dann muss ich das mit Geld machen, weil
00:04:21: ich es mir dann extern einkaufen muss.
00:04:22: Und das überhaupt erstmal tun zu können, brauche
00:04:24: ich ja im Zweifel bei den ganz, ganz
00:04:25: engen Personalressourcen, die ich eh schon im Unternehmen
00:04:28: habe, Möglichkeiten, mir diese Kapazitäten zu erarbeiten.
00:04:34: Da kann heute KI bei helfen, weil es
00:04:36: Mitarbeitende in die Lage versetzt, ihre bisherigen Aufgaben
00:04:40: schneller zu erledigen, ganz abzunehmen vielleicht auch.
00:04:45: Und wenn man das dann anders begreift und
00:04:48: weggeht im Prinzip von einem Fertigungsband hin zu
00:04:51: Verwaltungstätigkeiten, die ich habe im Unternehmen, die jedes
00:04:54: Unternehmen hat.
00:04:55: Wir leben in einem sehr bürokratischen Land, also
00:04:57: ist Verwaltung ein Riesenthema.
00:05:00: Und wenn ich dann versuche, Kapazitäten in diesen
00:05:02: Abteilungen zu heben und Mitarbeiterkapazitäten freizusetzen, die mich
00:05:06: dabei unterstützen, Produkte neu zu denken vielleicht oder
00:05:10: Prozesse zu hinterfragen, um innovativer zu sein, dann
00:05:14: habe ich auch Ressourcen dafür.
00:05:15: Dann habe ich auch vielleicht Mitarbeitenden im Unternehmen
00:05:17: auch ganz anders eingesetzt.
00:05:19: Da würde ich eher immer anfangen, bevor ich
00:05:23: hinten anfange, also dass ich die Kette quasi
00:05:25: andersrum aufziehe.
00:05:27: Und ich glaube, da hängt eine Erkenntnis, die
00:05:29: schon viele haben auch.
00:05:32: Dann sind wir wieder bei Erkenntnis verpflichtet.
00:05:35: Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass das
00:05:36: Begreifen von KI und auch dem Thema Geschäftsmodell
00:05:40: Neudenken destruktive Ansätze, dass das nicht unbedingt bei
00:05:44: jedem da ist.
00:05:45: Einfach weil es vielleicht noch läuft, weil es
00:05:49: noch gut ist, weil der Schmerz auch vielleicht
00:05:51: noch nicht so groß ist, weil man es
00:05:53: auch vielleicht nicht als zusätzliche Chance versteht.
00:05:56: Auch das könnte ich mir vorstellen.
00:05:58: Klar, man könnte es ja auch als mehr
00:05:59: Aufwand sehen, auch als Gefahr, KI und Datensicherheit
00:06:04: etc.
00:06:05: DSGVO und dann lässt man es lieber sein,
00:06:06: weil man hat mehr Aufwand, dann denkt sich
00:06:08: ja, komm.
00:06:09: Aber es wird nicht mehr ohne funktionieren.
00:06:10: Also wir kommen faktisch nicht raus.
00:06:12: Es wird im Zweifel schneller und mehr und
00:06:14: das in einer Geschwindigkeit, die wir gar nicht
00:06:16: begreifen können teilweise.
00:06:18: Auch wenn man sich mit der Thematik auseinandersetzt,
00:06:20: was ich beruflich nicht tue.
00:06:22: Aber selbst wenn man sich, glaube ich, damit
00:06:23: auseinandersetzt, wird man teilweise überrollt von den Neuerungen
00:06:26: und den Themen, die möglich sind.
00:06:28: Wie will ich da als Unternehmen?
00:06:30: Ich kann das nicht ignorieren.
00:06:32: Ich muss das machen.
00:06:33: Und es gibt ja Unternehmen in der Region,
00:06:34: die das für sich verstanden haben.
00:06:36: Ein Beispiel aus der kürzeren Vergangenheit ist eine
00:06:40: Firma aus Bielefeld, die ihre Mitarbeiter dazu befähigt
00:06:42: hat, quasi alle mit KI umzugehen.
00:06:44: Die hat das für sich als Auftrag empfunden,
00:06:47: dass man Mitarbeiter bei dem Thema möglichst aufschnauen
00:06:52: muss, damit alle irgendwie verstehen, dass Chat-GPT
00:06:56: nicht ein besseres Google ist, sondern dass es
00:06:59: mir auf Arbeitsebene, dass mir KI auf Arbeitsebene
00:07:02: Kapazitäten freischaufeln kann.
00:07:06: Und das muss man ganzheitlich sehen.
00:07:08: Ich habe, glaube ich, letztens sogar mal irgendwo
00:07:09: gehört, ich weiß nicht, in Nachrichten oder irgendwo
00:07:12: gelesen, dass man sogar ja, ich glaube, dass
00:07:15: die EU einen Gesetz auch sogar erlassen hat,
00:07:18: dass man jetzt sogar eine Verpflichtung hat, glaube
00:07:20: ich, als Unternehmen sogar seine Mitarbeiter, glaube ich,
00:07:23: in dem Bereich auch zu schulen, weil man
00:07:25: sonst auch irgendwie haftet.
00:07:26: Also gerade, wenn da natürlich viel KI im
00:07:28: Einsatz ist, weiß ich mir ganz genau, ob
00:07:29: du auch schon mal davon gehört hast, aber
00:07:32: da wird ja auch nochmal viel passieren, weil
00:07:33: wie mit dem Internet damals kommt dann viel,
00:07:36: dann gibt es natürlich auch wieder neue Regularien,
00:07:37: sei es in Deutschland oder auch in der
00:07:38: EU.
00:07:38: Das heißt, wie du schon gesagt hast, man
00:07:40: kommt da irgendwie nicht drumherum und sonst bin
00:07:42: ich am Ende wahrscheinlich auch nicht wettbewerbsfähig, wenn
00:07:44: die Konkurrenz das halt irgendwie überall einsetzt.
00:07:46: Ja, also gerade, wenn ich über Produkte spreche,
00:07:48: das ist ja heute keine große Schwierigkeit mehr,
00:07:52: Produkte mit KI abzubilden, Produkte mit KI zu
00:07:55: bewerben, das nachzuverfolgen, dass ich da nicht noch
00:07:58: irgendwie eine Agentur brauche, die was für mich
00:08:00: macht, sondern das vielleicht sogar in-house regeln
00:08:01: kann, weil ich vielleicht bei einem mittelgroßen Unternehmen
00:08:04: sicherlich den einen oder anderen Mitarbeitenden habe, dem
00:08:06: das Thema privat irgendwie interessiert, der aber beruflich
00:08:09: von mir im Moment keine Kapazitäten hat, das
00:08:11: auf seinem Job umzusetzen, der aber privat irgendwie
00:08:14: sehr motiviert ist.
00:08:15: Und wenn ich da Kapazitäten hebe, die ich
00:08:17: vielleicht noch gar nicht kenne in meinem Unternehmen,
00:08:19: ist das ein Riesenschatz.
00:08:20: Das war bisher nicht notwendig, deswegen ist das,
00:08:22: glaube ich, nicht passiert.
00:08:24: Aber sich dazu auszutauschen, auch einfach mal die
00:08:26: Erfahrung von anderen zu hören, Ängste vielleicht auch
00:08:29: abzubauen im eigenen Unternehmen, ich glaube, für sowas
00:08:32: ist es immer wichtig, mit mir da zu
00:08:33: sprechen.
00:08:34: Das ist einfach, das macht man nicht für
00:08:36: sich, aber in der Regel nicht.
00:08:38: Ich glaube, es wird nie die Mehrheit sein,
00:08:41: dass das jeder für sich macht.
00:08:42: Ich glaube, das Geheimnis darin liegt, von anderen
00:08:45: zu lernen, miteinander auch zu lernen, einen Weg
00:08:47: miteinander zu gehen und auch das als gemeinsames
00:08:50: Thema zu begreifen vielleicht, auch wenn jedes Unternehmen
00:08:52: sehr individuell ist.
00:08:54: Ja, vielleicht ist ja auch das, finde ich,
00:08:55: bei manchen Kunden oder auch Interessenten immer sehr
00:08:57: interessant, dass die dann auch untereinander immer sehr
00:08:59: viel sprechen, was ja auch immer sehr, sehr
00:09:01: gut ist und sinnvoll ist, wie du es
00:09:02: ja auch empfiehlst, gerade auch im Bereich des
00:09:04: Recruitings, weil die dann auch selber merken, okay,
00:09:07: vor fünf bis zehn Jahren habe ich halt
00:09:09: irgendwie noch recht einfach zum Beispiel Azubis gekriegt
00:09:11: und heutzutage ist es natürlich schon schwierig, dann
00:09:14: gerade diese technischen Berufe überhaupt, den jungen Leuten,
00:09:18: oft wissen sie einfach nicht, was da überhaupt
00:09:20: hinter steckt.
00:09:20: Wenn ich jetzt Kunststoff- oder Kautschuk-Technologe
00:09:22: lese oder Fernleitmechaniker, Zersparnungsmechaniker, also wenn du mich
00:09:26: damals mit 18 gefragt hast, was macht denn
00:09:27: ein Zersparnungsmechaniker, hätte ich dich auch mit großen
00:09:30: Augen angeguckelt und gesagt, ja, kann ich denn
00:09:31: das sagen?
00:09:32: Keine Ahnung, was ganz kennt man als junger,
00:09:34: ich kenne manchmal gerne den Versicherungskaufmann, Bankkaufmann,
00:09:36: Industriekauffrau, Industriekaufmann, in die Richtung vielleicht noch großen
00:09:38: Außenhandel, Lager, kann man sich vielleicht noch was
00:09:41: guter vorstellen, aber Kunststoff- und Kautschuk-Technologe,
00:09:43: das hat es halt irgendwann auch.
00:09:44: Und da dann wirklich Unternehmen, die dann ländlich
00:09:46: sitzen, einen Kunden rüten, da ist es dann
00:09:49: natürlich schwierig, dann die junge Zielgruppe da für
00:09:51: sich zu gewinnen und dann natürlich auch die
00:09:53: Pipeline vollzukriegen, dass sich halt auch genau diesem
00:09:56: demografischen Wandel auch entgegenwirken kann, um dann für
00:09:59: die Zukunft auch gut gewappnet zu sein.
00:10:01: Das ist ja Flur und Segen zugleich, das
00:10:03: Thema Ausbildung.
00:10:04: Wir haben ja einerseits in Deutschland den absoluten
00:10:06: Schatz, dass wir sowas haben tatsächlich, worum uns
00:10:10: andere Länder beneiden, sowas gibt es im US
00:10:11: -Markt nicht, also nicht so wie wir es
00:10:12: hier haben.
00:10:13: Das ist ein riesen Nachteil, weil das eine
00:10:15: ganz andere Art von Basiswissen und Qualität ist
00:10:18: tatsächlich.
00:10:20: Gleichzeitig ist es ein Produkt, so empfinde ich
00:10:23: das inzwischen, und ich habe auch eine Ausbildung
00:10:25: gemacht, maximal nicht agil ist und sich auch
00:10:28: nur sehr schwer bewegen lässt und anpassen lässt.
00:10:30: Das bedeutet häufig sind das Kammerprüfungen, die da
00:10:33: stattfinden.
00:10:34: Das ist ewig standardisiert.
00:10:36: Die werden auch nicht in der Geschwindigkeit angepasst,
00:10:40: in ihren Methoden und Fragen, wie es die
00:10:42: heutige Zeit zulässt.
00:10:43: Das heißt, ich habe ja häufig auch für
00:10:45: Ausbildungsplätze auch noch das Thema, dass Ausbilder mit
00:10:47: Methoden arbeiten, die vor fünf Jahren noch gut
00:10:50: funktionierten, die heute einfach aufgrund von KI überhaupt
00:10:52: nicht mehr funktionierten.
00:10:54: Und dann habe ich ein ganz anderes Mindset
00:10:55: bei den Menschen, die ich ausbilden muss und
00:10:58: denen ich eine Wertekultur vermitteln muss, die wie
00:11:00: ich sie vielleicht auch mal gelernt habe, die
00:11:01: aber heute auch in der Arbeitsmoral und in
00:11:04: der Wahrnehmung und Identität gar nicht mehr so
00:11:06: da ist.
00:11:07: Und diese Geschwindigkeit mitzugehen, da habe ich manchmal
00:11:09: das Gefühl, dass das Ausbildungsformat, so wie wir
00:11:12: es in Deutschland haben, schon an seine Grenzen
00:11:13: stößt.
00:11:15: Gleichzeitig ist es ein Riesenschatz im internationalen Wettbewerb.
00:11:18: Und ja, das ist ein sehr faszinierendes, ambivalentes
00:11:22: Verhältnis mit einer Art.
00:11:24: Ja, das ist schwierig, eine neue Generation hat
00:11:25: es ja schon, viele schimpfen darüber, aber es
00:11:27: ist halt einfach, man muss sich halt auch
00:11:28: drauf einstellen.
00:11:30: Es ist halt einfach anders, man muss die
00:11:31: Leute ganz anders abholen.
00:11:32: Und das sind dann halt nicht, ich mache,
00:11:35: ich schreibe jetzt auf meine Webseite oder auf
00:11:36: meinen Bulli, wir bilden aus, sondern da muss
00:11:38: ich die schon ein bisschen, ich sage mal,
00:11:39: sexier ansprechen, dann über coole Videos von jungen
00:11:42: Leuten, die halt in der Firma drin sind
00:11:43: und dann die Kultur rüberbringen und auch die
00:11:45: Tätigkeiten, die so vielleicht genau die Person ansprechen,
00:11:48: weil sie sagen, hey, ich finde es sogar
00:11:49: interessant, wie da Kunststoff durch den Extruder läuft
00:11:52: und das holt mich voll ab, geil.
00:11:54: Aber ich wusste gar nicht, dass es den
00:11:55: Beruf gibt, wenn ich es nicht weiß und
00:11:57: nicht richtig abgeholt werde, dann kann ich mich
00:11:59: auch nicht bewerben.
00:12:00: Und das ist, glaube ich, die große Challenge
00:12:02: da, die Leute richtig zu catchen, mein Unternehmen
00:12:04: aufmerksam zu machen, in der richtigen Zielgruppe nicht
00:12:06: nur sichtbar zu sein, das heißt über die
00:12:08: klassischen Azubi-Messen, die man hier in der
00:12:09: Region ja auch so kennt, aber natürlich auch
00:12:12: über die sozialen Medien, TikTok, Facebook, Instagram, da
00:12:15: kommt man einfach heutzutage, glaube ich, als Unternehmen
00:12:17: nicht mehr rum, um da einfach online zu
00:12:20: sein.
00:12:20: Aber da bist du bei dem Thema, also
00:12:22: das kannst du ja bespielen, wenn du in
00:12:24: einem mittelständischen Konzern bist, der eine große HR
00:12:26: -Abteilung hat mit vielen, vielen Menschen, die sich
00:12:28: um dieses Thema bemühen, die sich vielleicht auch
00:12:31: kapazitätsmäßig leisten können, TikTok zu bespielen und das
00:12:34: nicht nur zu bespielen, sondern das auch noch
00:12:35: in der Art und Weise zu bespielen, dass
00:12:37: du zielgruppengerecht kommunizierst, das ist ja nochmal was
00:12:40: anderes.
00:12:42: Aber der typische KMU hat nicht zwingend eine
00:12:46: große HR-Abteilung, die das leisten kann.
00:12:48: Innerhalb geführter Mittelstanden gerade kleinere Unternehmen, dann hast
00:12:51: du vielleicht ein, zwei Leute, die das machen
00:12:53: und dann über zielgruppengerechte Ansprache zu kommen, ist
00:12:56: schon dann irgendwann schwierig.
00:12:57: Das ist schon eine Herausforderung, das an der
00:13:00: Stelle so zu machen.
00:13:00: Das kann nicht jeder leisten, glaube ich.
00:13:04: Und die haben aber grundsätzlich alle begriffen, dass
00:13:06: das notwendig ist.
00:13:07: Also die Erkenntnis ist ja an KMU in
00:13:10: den letzten Jahren auch vorbeigegangen.
00:13:11: Aber das kapazitätsmäßig abzubilden, auch vielleicht zu verstehen,
00:13:14: wenn du über Recruiting sprichst, was kann KI
00:13:17: heute, wie kann mich KI dabei unterstützen, wenn
00:13:19: es um die Auswertung vielleicht auch nur von
00:13:23: Bewerbungsunterlagen geht.
00:13:26: Und um das Vorsortieren.
00:13:27: Und was kann ich mit KI-Agenten heute
00:13:30: machen automatisiert, ohne dass ich jetzt irgendeinen Lebenslauf
00:13:32: selber lesen muss in der Vorauswahl oder dass
00:13:35: ich Mitarbeitende dafür bereitstellen muss.
00:13:38: Also, long story short, ich glaube, da ist
00:13:40: ganz viel Erkenntnis und Wissen da.
00:13:42: Aber dann bist du irgendwann wieder bei dem
00:13:43: Thema Best Practice.
00:13:44: Wie mache ich denn das, wenn ich nur
00:13:45: zwei Leute habe, die das irgendwie davon einer
00:13:47: Teilzeit oder so noch Wie kann mich KI
00:13:50: dabei unterstützen, meinen Recruitingprozess trotzdem so aufzusetzen?
00:13:53: Wem muss ich denn überhaupt reden, der mir
00:13:55: überhaupt mal davon erzählt, wie es läuft, ne?
00:13:58: Und dann bist du beim Netzwerk wieder.
00:14:01: Egal bei welchem.
00:14:02: Also grundsätzlich, Netzwerken heißt miteinander reden.
00:14:04: Wo siehst du denn gerade vielleicht, im Maschinenbau,
00:14:07: du hast ja auch ein sehr, sehr großes
00:14:08: Netzwerk, jetzt an Geschäftsführern.
00:14:10: Wo siehst du da konkret so die größten
00:14:12: Herausforderungen gerade, wenn es da zum Beispiel um
00:14:13: das Thema der Innovation gerade geht?
00:14:16: Das ist eine große Frage tatsächlich.
00:14:17: Innovation braucht immer ein Stück weit auch Zeit
00:14:20: und Raum.
00:14:22: Und in der jetzigen wirtschaftlichen Situation ist die
00:14:24: in vielen Bereichen einfach nicht da.
00:14:27: Gerade im Mittelstand, im kleineren, im KMU-Segment
00:14:31: gibt es im Moment Themen, die Vorrang haben,
00:14:34: die auch bedient werden müssen, die Kapazitäten fressen.
00:14:38: Und zwar personell wie monetär.
00:14:42: Das lässt wenig Raum für Innovation an der
00:14:44: Stelle tatsächlich.
00:14:45: Ist mein Eindruck.
00:14:46: Was siehst du denn für Blocker, gerade in
00:14:50: dem Bereich, was viele Unternehmen vielleicht noch gerade
00:14:52: davon abhält?
00:14:55: Also Innovationsblocker sind in jedem Fall, dass man
00:14:57: immer erstmal über eine Produktlösung gesprochen hat.
00:14:59: Das heißt Maschinenanlagenbauer, jetzt im Speziellen sind Produktbauer,
00:15:03: die bauen ein Produkt.
00:15:04: Und von diesem Produkt wegzugehen tatsächlich bedarf ja
00:15:08: einiges.
00:15:09: Das bedeutet in der Regel, dass ich Personal
00:15:10: zur Verfügung stellen muss, das bisher dafür zuständig
00:15:12: war, mein Kerngeschäft zu bedienen, mit dem ich
00:15:14: Geld verdiene.
00:15:15: Wenn ich das tue, verdiene ich, wenn ich
00:15:17: mich um Innovation kümmere, erstmal kein Geld mehr
00:15:20: mit den Leuten.
00:15:21: Weil ich ja nicht direkt eine Lösung habe.
00:15:24: Ich will ja über eine Lösung nachdenken.
00:15:25: Die will ich ja finden.
00:15:25: Also stelle ich Kapazitäten bereit, die mich Geld
00:15:28: kosten, die dann in dem Moment aber kein
00:15:30: Geld mehr für mich verdienen.
00:15:32: Ich habe ja so ein Ertragsthema.
00:15:33: Das kostet mich Geld, wenn ich mich damit
00:15:35: auseinandersetze.
00:15:37: Und dann ist das ja keine Garantie, dass
00:15:38: ich irgendwas finde.
00:15:39: Also nur weil ich fünf Leute aus meinem
00:15:41: Unternehmen von verschiedenen Abteilungen zusammenziehe und sage, ihr
00:15:44: kommt jetzt mal zusammen und beschäftigt euch mal
00:15:46: sechs Monate im Laufe eurer Arbeitszeit damit, irgendwie
00:15:48: zu disruptiv zu denken und mal ganz quer
00:15:51: zu überlegen, was wir denn hier vielleicht neu,
00:15:52: anders, besser machen können.
00:15:54: Heißt das ja nicht, dass die am Ende
00:15:55: ein Ergebnis erwirtschaften, erarbeiten, wo man als Unternehmen
00:15:59: sagt, da machen wir ein Geschäftsmodell draus und
00:16:01: das ist auch noch marktfähig und da können
00:16:03: wir am Ende des Tages auch Geld mit
00:16:04: verdienen.
00:16:05: Das ist ein Prozess, der kostet mich Geld.
00:16:07: Und wenn ich als kleines, mittelständisches Unternehmen im
00:16:09: Moment in engen Lieferketten stecke, die auch gestresst
00:16:13: sind, die auch vielleicht nicht immer sicher sind,
00:16:16: wo ich ein Auftragsbuch habe, was nicht so
00:16:18: lang gefüllt ist, wie es sonst der Fall
00:16:21: war, dann überlege ich mir, glaube ich, sehr
00:16:23: gut, ob ich aus verschiedenen Abteilungen vielleicht noch
00:16:27: Mitarbeitende zusammenziehe, von einem Hauptjob wegnehme, um Zeit
00:16:33: mit etwas zu verbringen, wo ich nicht sicher
00:16:35: sein kann, dass da was bei rumkommt.
00:16:38: Und das ist eine sehr schwierige Frage und
00:16:39: ich glaube, das ist tatsächlich einer der Blocker
00:16:42: im Moment, wenn man über kleinere Unternehmen spricht.
00:16:50: Für größere Unternehmen ist die Hemmschwelle vielleicht dann
00:16:53: eher finanzieller Natur, dass man irgendwann sagt, also
00:16:55: es kostet einfach auch Geld, Teams in sowas
00:16:58: reinzuschicken und bei der Fehlerrate, die dieser Prozess
00:17:02: nun mal mit sich bringt, kostet es auch
00:17:04: erst sehr viel Geld, bevor man überhaupt was
00:17:05: hat, was am Ende dazu führt, dass man
00:17:07: Geld verdient.
00:17:08: Da ist es dann vielleicht auch wirklich eher
00:17:09: ein Geldthema, gar nicht mal das Humanthema, dass
00:17:12: man Menschen dafür braucht.
00:17:14: Aber hier in der Region innerbar geführter Mittelstand
00:17:17: ist es vermutlich ersteres.
00:17:19: Die Leute werden einfach in der Produktion gebraucht,
00:17:21: die werden am Kunden gebraucht, die werden im
00:17:23: Unternehmen gebraucht, die werden nicht dazu gebraucht, dass
00:17:27: sie zehn Stunden die Woche über Prozesse nachdenken
00:17:30: und Kapazitäten abziehen, um mit einem Fragezeichen vielleicht
00:17:34: ein Produkt zu bauen.
00:17:36: Wo siehst du denn gerade Bereiche, die vielleicht
00:17:38: da, oder woran es vielleicht auch liegt, dass
00:17:40: da gerade so ein bisschen, wie du das
00:17:41: gesagt hast, die Kapazitäten ist gerade natürlich so
00:17:43: ein Thema.
00:17:44: Aber woran liegt es, dass vielleicht gerade der
00:17:45: produzierende Bereich da ja Herausforderungen hat?
00:17:49: Maschinen- und Anlagenbau, gerade Maschinenbau, hat in
00:17:53: den letzten Jahrzehnten häufig hier in der Region
00:17:57: Produkte entwickelt, die zum Weltmarkt zählen, die auch
00:17:59: Nischenprodukte häufig sind und sehr, sehr gut funktionieren,
00:18:04: funktioniert haben.
00:18:06: Und in den letzten zwei, drei Jahren ist
00:18:10: China vermehrt in den deutschen Markt mit reingegangen.
00:18:13: Wir erleben, dass wir in einer unglaublichen Geschwindigkeit
00:18:17: Entwicklungszeiten sehen, auch Produktionskosten ganz anders sind.
00:18:22: Wir erleben, dass Lieferketten sich verändern, instabiler werden
00:18:26: und haben in den letzten, auch in derselben
00:18:29: Zeit im Prinzip, eine Revolution im Bereich KI
00:18:31: gehabt, die größtenteils aus dem Ausland mitgesteuert ist
00:18:36: und wo wir versuchen, irgendwie auf der Welle
00:18:39: zu bleiben.
00:18:40: Das alles sind Themen, auf die Unternehmen in
00:18:42: dieser Größenordnung gar nicht vorbereitet sein konnten, auch
00:18:46: ehrlicherweise.
00:18:47: Und wo man sich jetzt in einem Wettbewerb
00:18:50: und in einem Umfeld wiederfindet, was eine Agilität
00:18:54: ganzheitlich einem abverlangt, die schon herausfordernd ist tatsächlich.
00:18:59: Ja, gerade sind so viele Themen, die gleichzeitig
00:19:01: irgendwie auf einen reinpasseln und dann noch die
00:19:04: Zeit, die musste, das Interesse zu haben, sich
00:19:06: genau mit diesen Themen natürlich auseinanderzusetzen, die ja
00:19:08: auch oft herausfordernd sind und ich dann ja
00:19:10: auch nicht unbedingt die Man- oder Woman
00:19:12: -Power habe am Ende, um wirklich zu sagen,
00:19:14: hey, gerade aus unserer Sicht, der Markt hat
00:19:17: sich komplett gewandelt.
00:19:19: Es gibt ein ganz anderes Käuferverhalten, ja zum
00:19:21: Beispiel auch, dass ich dann sage, okay, ich
00:19:24: muss jetzt vielleicht mal mehr aktiven Vertrieb machen,
00:19:26: weil vorher, natürlich dementsprechend auch der Markt lief
00:19:29: so weit.
00:19:30: Ich habe meine sehr guten Produkte gehabt.
00:19:32: Made in Germany hat funktioniert, aber das funktioniert
00:19:34: heutzutage wahrscheinlich nicht mehr so, weil halt China,
00:19:36: wie du schon gesagt hast, sehr, sehr stark
00:19:37: aufgeholt hat, wenn nicht uns sogar schon an
00:19:39: gewissen Punkten auch überholt hat.
00:19:41: Wenn man sich jetzt zum Beispiel mal den
00:19:41: Automotive-Bereich anguckt und da einfach die Kapazitäten
00:19:45: dann im Personellen auch einfach fehlen, sei es
00:19:47: dann, den Vertrieb nochmal vorwärts zu bringen, da
00:19:50: auch einen gewissen Mindset-Shift, glaube ich, auch
00:19:51: hinzubekommen, zu sagen, hey, es ist nicht mehr
00:19:53: nur Bestellungen annehmen und dann mal ein Angebot
00:19:55: rausschicken und vielleicht nochmal hinterher telefonieren, wenn es
00:19:57: dann gemacht wird, sondern wirklich jetzt auch mal
00:20:00: aktiv in den Markt weiterzugehen und auch ein
00:20:02: bisschen Nachfrage vielleicht auch zu kreieren.
00:20:05: Das ist tatsächlich ein großes Thema.
00:20:06: Ich glaube, wenn wir jetzt über die Branche
00:20:08: Maschinenbau sprechen, hat die, so wie ich das
00:20:10: bisher sehe, viele, viele Jahre gut davon überleben
00:20:13: können, auch, dass sie Inbau und Geschäft hatten
00:20:16: und dass die Aufträge auch am Markt stabil
00:20:18: reinkamen tatsächlich und man Vertrieb gar nicht so
00:20:22: leben musste wie eine Digitalagentur oder wie Direktvertrieb.
00:20:26: Also es war einfach ein anderer und das
00:20:28: war auch gut, es war einfach ein anderer
00:20:29: Prozess dahinter und das ist heute in Teilen
00:20:33: sicherlich nicht mehr so, dass man Vertrieb neu
00:20:35: denken muss für sich auch im Maschinen-Anlagenbau,
00:20:37: dass man sich in einem anderen Wettbewerb befindet,
00:20:40: dass man auch versucht Leads anders zu gestalten
00:20:43: für sich überhaupt, KI mit dafür zu nutzen
00:20:46: und das ist und das ist schnell notwendig
00:20:50: tatsächlich auch.
00:20:52: Hundertprozentig.
00:20:53: Es passiert gerade sehr, sehr viel.
00:20:54: Das ist so.
00:20:55: Wie siehst du das jetzt im Bereich der
00:20:57: Innovation?
00:20:58: Also wenn wir wieder auf das Thema der
00:20:59: Innovation gehen, wo siehst du denn gerade vielleicht
00:21:03: gerade in dieser Region OWL vielleicht so ein
00:21:06: paar Pioniere, die vielleicht da sehr, sehr weit
00:21:08: vorne sind und schon so sehr, sehr Vorreiter
00:21:11: mäßig unterwegs sind?
00:21:12: Also bevor man das macht, muss man glaube
00:21:14: ich die Region einmal in Gänze betrachten und
00:21:16: für den Außenstehenden auch ein Stück weit sichtbar
00:21:18: machen, wie wir denn hier agieren können.
00:21:20: Wir haben ja in Ostwestfalen-Lippe mehrere Stakeholder,
00:21:24: die sich grundsätzlich um das Thema Innovation kümmern.
00:21:26: Das ist entweder hochschulnah oder forschungsnah.
00:21:29: Das ist immer angedockt, wo das Thema Start
00:21:34: -up behandelt wird, wo das Thema Auskundung behandelt
00:21:36: wird, wo grundsätzlich das Thema Produktentwicklung behandelt wird.
00:21:39: Das gibt es ja in der Region.
00:21:41: Dann haben wir mehrere Universitäten und Hochschulen, die
00:21:44: auch alle irgendwie Maschinenbau-Themen mit abbilden, Studiengänge.
00:21:49: Es passiert also viel.
00:21:52: Und wenn wir dann eben gucken, wer das
00:21:54: wie nutzt, dann erleben wir ganz große Unterschiede.
00:21:57: Wir erleben einerseits Unternehmen, die das sehr, sehr
00:21:59: aktiv nutzen und diese Stakeholder auch sehr aktiv
00:22:03: bespielen.
00:22:04: Wir erleben aber auch Unternehmen, die das noch
00:22:06: gar nicht machen.
00:22:08: Vielleicht, weil sie es bisher auch gar nicht
00:22:09: brauchten.
00:22:11: Vielleicht, weil sie die Stakeholder gar nicht kennen.
00:22:14: Weil trotz des Sitzes hier in Ostwestfalen-Lippe
00:22:16: und eigentlich ein sehr gutes Netzwerk Agierens hier,
00:22:20: das trotzdem nicht bekannt war, auch das passiert.
00:22:23: Und weil vielleicht alles bekannt ist, aber einfach
00:22:26: die Kapazitäten fehlen sich näher mit diesen Themen
00:22:28: auseinanderzusetzen.
00:22:30: Und das ist über alle Größen hinweg auch
00:22:33: unterschiedlich.
00:22:34: Ganz grundsätzlich ist es aber so, dass die
00:22:37: eher größeren Unternehmen dieses Thema sehr strategisch angehen,
00:22:40: häufig auch auf einer ganz anderen Ebene.
00:22:42: Und je kleiner man ein Stück weit wird,
00:22:47: Kapazitäten, Personenkapazitäten, Mitarbeiterkapazitäten und auch finanzielle
00:22:50: Kapazitäten und Ressourcen eher nicht in diese Bereiche
00:22:53: gehen, sondern dann eher tatsächlich in das Produkt
00:22:55: laufen, dann quasi in das eigene Unternehmen laufen
00:22:59: und in Prozesse laufen.
00:23:01: Das ist so das, was wir erleben.
00:23:03: Und ich glaube deswegen ist es nicht ganz
00:23:06: leicht, drei verschiedene Bereiche zu zeigen oder drei
00:23:09: Unternehmen zu zeigen, weil es so heterogen ist
00:23:13: in der Fläche wirklich.
00:23:15: Man kann aber grundsätzlich unterscheiden zwischen Unternehmen, die
00:23:20: das versuchen, mit externer Hilfe zu tun und
00:23:23: dann sich das reinholen und auch Unternehmen, die
00:23:25: das versuchen, von sich aus, aus sich heraus
00:23:27: zu tun und dann auf einem sehr strategischen
00:23:30: Ansatz.
00:23:31: Das kann man schon unterscheiden.
00:23:34: Sind das denn, also jetzt hast du gesagt
00:23:35: 230 Mitgliedsunternehmen.
00:23:37: Wie wird das denn von der Aufteilung passieren?
00:23:38: Sind das am Ende, keine Ahnung, 20 Prozent,
00:23:41: die da schon irgendwie was in die Richtung
00:23:43: tun?
00:23:43: Sind es nur drei Prozent oder sind es
00:23:44: viel mehr?
00:23:46: Wie wirst du gerade so das Bild sehen?
00:23:48: Also ich glaube, wenn man das macht, dann
00:23:49: muss man erst mal gucken, wie ist die
00:23:50: Region generell mit Unternehmen behaftet und wir sehen,
00:23:54: Ostwestfalen-Lippe ist bekannt dafür, dass innerbar geführter
00:23:56: Mittelstand hier einfach breit vertreten ist.
00:23:59: OWL-Maschinenbau, jetzt auf den Maschinenbau-Cluster selber,
00:24:02: muss man ein bisschen ausbetrachten.
00:24:03: Maschinen und Sondermaschinenbauer gibt es in Ostwestfalen-Lippe
00:24:06: ungefähr 300.
00:24:09: Nur die reinen Maschinenbauer.
00:24:13: Ein überwiegender Teil davon ist kleiner 150 Mitarbeitende
00:24:18: tatsächlich und das trifft auch auf unsere Mitglieder
00:24:21: zu.
00:24:21: Über die Hälfte unserer Mitgliederstruktur findet sich in
00:24:23: dieser Unternehmensgröße wieder.
00:24:25: Und das sind nun mal leider auch zum
00:24:28: Großteil häufig die Unternehmen, die Innovation strategisch betrachtet
00:24:32: hier im Ökosystem häufig nicht so angedockt haben.
00:24:37: Das heißt, die sitzen vielleicht nicht bei Stakeholder
00:24:39: in Bielefeld bei der Faunus Foundation oder in
00:24:41: Paderborn bei der Garage 33 mit dran und
00:24:44: haben diese Verbindung.
00:24:46: Kennen die vielleicht, aber haben diese Verbindung für
00:24:47: sich nicht etabliert.
00:24:50: Und dann gibt es viele Große, die das
00:24:52: hier federführend machen, von denen man auch lernen
00:24:55: kann, die aber einfach ressourcentechnisch nicht vergleichbar sind.
00:24:58: Ist das klar.
00:24:58: Das spricht man dann über den Böllhof, glaube
00:25:00: ich, etc., die da schon sehr weit vorne
00:25:03: sind.
00:25:03: Und klar, die haben auch mal ganz andere
00:25:04: Kapazitäten als dann die kleineren.
00:25:06: Auf der anderen Seite und das finde ich
00:25:08: an der Stelle ganz wichtig, liegt das Geheimnis
00:25:10: dafür dann vielleicht woanders und meiner Meinung nach
00:25:13: auch ein Stück weit im Netzwerk.
00:25:15: Ich glaube, dass da schon die Möglichkeiten sind,
00:25:17: gemeinsam was zu gestalten und dass einfach das
00:25:20: Geheimnis darin liegt, auch miteinander zu sprechen.
00:25:22: Also dass sich drei, vier, fünf Unternehmen mit
00:25:24: ähnlich gelagerten Problemen zusammentun und dann eben gemeinsam
00:25:27: Ressourcen verwalten, um Lösungen zu schaffen, die für
00:25:31: alle da sind, keinem was wegnehmen tatsächlich und
00:25:34: man eher gemeinsam auftritt und diesen Netzwerkgedanken mehr
00:25:36: spielt.
00:25:37: Ich glaube, dass da zukünftig auch eins der
00:25:39: Geheimnisse hier liegen wird in der Region, dass
00:25:41: man eben gemeinsam versucht, Ideen umzusetzen und offen
00:25:48: miteinander zu ergehen.
00:25:49: Also ein Stück weit Open Innovation Prinzip auch
00:25:51: mit anderen mal was gönnen, nicht immer alles
00:25:55: für sich sehen und eigentlich begreifen, dass der
00:25:57: Wettbewerb vielleicht hier sitzt, aber der große Wettbewerb
00:26:01: dauerhaft sicherlich nicht hier sitzt, sondern man sich
00:26:03: immer mit international vergleichen muss, China, USA und
00:26:09: da liegt das Geheimnis dann vielleicht eher in
00:26:10: der Vielzahl der Leute, die zusammen agieren.
00:26:13: Ja, das hast du ja gerade auch angesprochen,
00:26:15: dass sich da jetzt wahrscheinlich da nochmal viel
00:26:17: tun wird und das natürlich auch ein Erfolgsgeheimnis
00:26:19: ist, gerade für die Kleineren.
00:26:21: Was siehst du denn noch für weitere Punkte,
00:26:23: die ja Geschäftsführer jetzt einfach umsetzen können, um
00:26:27: zum Beispiel da in diesem Bereich der Innovation
00:26:29: einfach noch einen größeren Schritt nach vorne zu
00:26:30: machen?
00:26:31: Ich glaube, einfach umzusetzen ist gar nichts davon,
00:26:35: ehrlicherweise.
00:26:35: Also wirklich einfach, weil das bedeutet ja im
00:26:37: Zweifel immer, dass man erst mal Zeit opfern
00:26:38: muss, Geld opfern muss, miteinander reden muss.
00:26:40: Wenn man es selbst nicht macht, Leute dafür
00:26:42: finden muss oder bei sich finden muss, einfach
00:26:44: ist das nicht.
00:26:45: Ich glaube, das Wichtigste, was man machen kann,
00:26:47: ist erst mal, sich damit auseinanderzusetzen, was hier
00:26:49: in diesem Ökosystem passiert.
00:26:50: Und mit Ökosystem meine ich aus Westfalen-Lippe.
00:26:53: Wer eigentlich alles hier wie agiert und wo
00:26:56: man sich im Zweifel einfach nur dran denken
00:26:58: kann, wo man dabei sein kann.
00:27:01: Und da sind ganz, ganz viele offen auch
00:27:02: für.
00:27:03: Also es gibt nicht viel ablehnende Haltung, was
00:27:05: das angeht und gemeinsam wirken will.
00:27:07: Das nehme ich jedenfalls so nicht wahr.
00:27:09: Meine Wahrnehmung hier in der Region ist, dass
00:27:11: wirklich alle, die mit diesem Thema irgendwie wirken
00:27:13: und arbeiten, schon immer auf das gleiche Blatt
00:27:16: einzahlen, nämlich Stärkung von aus Westfalen-Lippe und
00:27:19: Stärkung der Wirtschaftsregion.
00:27:20: Alle wollen irgendwie dasselbe.
00:27:22: Deswegen ist auch viel gönnender Raum da tatsächlich.
00:27:28: Also kurzfristiger Tipp für immer, sich mit dem
00:27:30: Thema Netzwerk auseinanderzusetzen, zu gucken, dass ich mich
00:27:32: irgendwo dran hänge und gemeinsam wirke.
00:27:34: Und wie könntet ihr da zum Beispiel mit
00:27:36: eurem Netzwerk oder mit eurem Verband da noch
00:27:37: vielleicht unterstützen?
00:27:39: Also ich habe Algos gesagt und es gibt
00:27:40: es jetzt seit 23 Jahren.
00:27:42: Das heißt, wir sind hier sehr, sehr tief
00:27:43: verankert in der Region.
00:27:46: Und wir bieten ja für beide Seiten etwas.
00:27:49: Einerseits bieten wir für unsere Mitgliedsunternehmen die Möglichkeit,
00:27:52: strategisch Zugang zu diesen Stakeholdern zu gewinnen.
00:27:55: Andererseits haben die Stakeholder natürlich ein Interesse daran,
00:27:59: mit Mitgliedsunternehmen von uns in Kontakt zu kommen,
00:28:01: weil das letztlich am Ende häufig die Kunden
00:28:03: sind, die Teams, die hier in der Region
00:28:06: entstehen, die Ideen, die Produkte, die hier in
00:28:08: der Region entstehen, brauchen, um produziert zu werden,
00:28:11: getestet zu werden, in eine Kundenbeziehung zu kommen.
00:28:13: Also es gibt ein gegenseitiges Interesse daran, überhaupt
00:28:16: miteinander zu sprechen.
00:28:17: OWL Maschinenbau als Institution kann hier die Drehtür
00:28:21: sein, kann der Kanal sein, der die beiden
00:28:22: letztlich verbindet und ermöglicht, dass ein Raum entsteht,
00:28:25: in dem gearbeitet werden kann.
00:28:27: Das heißt, das würdest du jetzt sagen, für
00:28:29: unsere Zuhörerinnen und Zuhörer, wie sollen sie sich
00:28:31: am besten euch kontaktieren, wenn es jetzt gerade
00:28:33: zum Beispiel bei denen relevant ist und sie
00:28:35: sagen, da wollen wir mal was tun in
00:28:37: Richtung Netzwerk.
00:28:38: Mit uns sprechen, mit OWL Maschinenbau in Kontakt
00:28:40: kommen, einfach mal dazustoßen, reden, Fragen stellen, ganz
00:28:44: viel tatsächlich.
00:28:45: Viel von dem, was wir machen, ist ja
00:28:48: auch offen.
00:28:48: Das ist also kein Closed-Shop, in dem
00:28:50: wir wirken.
00:28:51: Wir sprechen immer ganz viel.
00:28:53: Ansonsten einfach mal mitkommen.
00:28:55: Das heißt, einfach zu den Veranstaltungen kann man
00:28:57: sich sozusagen als Externer einfach mal anmelden oder
00:29:00: muss man sozusagen erst Mitglied werden, um dann
00:29:02: partizipieren zu dürfen, wenn man aus der Region
00:29:04: kommt, natürlich.
00:29:06: Also die harte Tür ist immer die Region,
00:29:08: ehrlicherweise.
00:29:10: Also alles über die Ostwestfalkrimpie hinaus wird sicherlich
00:29:13: schwierig.
00:29:14: Da sind wir auch verpflichtet, tatsächlich.
00:29:19: Ansonsten ist viel von dem, was wir machen,
00:29:20: offen.
00:29:22: Einiges ist auch nur für Mitglieder.
00:29:24: Ich glaube, das ist auch absolut in Ordnung
00:29:25: so.
00:29:26: Aber viel von dem, was wir machen, ist
00:29:27: offen.
00:29:28: Es ist auch nichts Geheimes.
00:29:29: Jeder kann gucken, wer bei uns wie mitwirkt,
00:29:31: ehrlicherweise.
00:29:32: Und wir sprechen immer ganz viel.
00:29:34: Das ist ja was, was der Ostwestfale generell
00:29:35: nicht so gerne tut.
00:29:36: Irgendwie über Erfolg sprechen und das, was er
00:29:38: gut und gerne macht.
00:29:39: Das versuchen wir ein Stück weit zu ändern
00:29:40: und einen Spotlight dahin zu setzen, wo der
00:29:42: Ostwestfale nicht so gerne drüber spricht.
00:29:45: Und das ist nie ganz leicht, aber häufig
00:29:48: auch mit was Gutem behaftet, weil man dann
00:29:51: zeigen kann, was gut lief und andere häufig
00:29:53: davon lernen.
00:29:54: Ja, das stimmt.
00:29:55: Also da verstecken wir uns, glaube ich.
00:29:56: Man sagt ja auch immer, Ostwestfalen wäre sehr,
00:29:57: sehr bodenständig.
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